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Tschischkowitz

Die Region um Čížkovice ( dt. Tschischkowitz ) war ganz gewiss schon im 5. Jahrhundert vor
unserer Zeitrechnung besiedelt. Unweit des Dorfes wurde eine umfangreiche Begräbnisstätte
aus der Laténezeit entdeckt. Es wurden auch Reste von hölzernen Gefässen und ein
einzigartiger Bronzebeschlag gefunden, der gerade in die Zeit vor 2500 Jahren datiert wurde.

 Die erste schriftliche Erwähnung von Tschischkowitz stammt aus dem Jahr 1276. Damals wardie Gemeinde in zwei Teile aufgeteilt. Der kleinere Teil gehörte dem Wladika Čáslav an.
Der grössere war Eigentum des Klosters St.Georg´s in Prag, welches auch das nahe Třebenice
( dt. Trebnitz ) erhielt. Im grösseren Teil von Tschischkowitz standen einige kleinere Gehöfte.
Aus dem Jahr 1363 stammt die Erwähnung über das Gut Želechovice ( dt. Schelchowitz ),
welches Vít besass, der aus dem Stamm denen von Sulejovice ( dt. Sullowitz ) stammte. Im
15. Jahrhundert wurde Schelchowitz in zwei Teile aufgeteilt, der eine gehörte zu Sullowitz
und zu Košťálov ( dt. Kostial ). Dem Ortsteil Kostial wurde später auch der Rest des Dorfes
zugeordnet.

Im Jahr 1389 erwähnen die Quellen die obere Festung von Tschischkowitz. Diesen Teil
erwarben später die Kaplirz von Sullowitz, als sie der Kaiser Sigismund während der
Hussitenkriege verpfändet hatte. Der Kaiser Sigismund verpfändete im Jahr 1436 auch den
grösseren Teil des Dorfes an Jan Kaplirz von Sullowitz auf dem Kostial, welcher von früherer
Zeit her einen kleineren Teil des Dorfes hielt, wo auch die obere Festung war. Das Dorf war
so vereinigt und als es im Jahr 1486 zur Teilung des Vermögens der Kostialer Kaplirz unter
den Söhnen des Busek Kaplirz von Sullowitz gekommen ist, hat Jan Kaplirz von Sullowitz
ganz Tschischkowitz mit einigen umgebenden Dörfer erhalten.

Im Jahr 1529 wurde Tschischkowitz wieder unter seine zwei Söhne Albrecht und Felix
aufgeteilt. Albrecht erhielt die alte, obere Festung und Felix hat sich zum Bau einer neuen
Festung im unteren Teil des Dorfes entschieden.
Nach dem Jahr 1529 wurde dann auch die untere Renaissancefestung errichtet und später ein
Brauhaus gegründet. Nach Alexanders Tod im Jahr 1554 wurde Felix zum einzigen Besitzer
des Dorfes und die Gemeinde wurde wieder vereinigt. Die Gemeinde gehörte den Kaplirz bis
zum Jahr 1623. Sie haben sie infolge Beschlagnahme wegen der Teilnahme des Adam Kaplirz
von Sullowitz am Aufstand der Stände und der Schlacht auf dem Weissen Berg verloren.
Im Jahr 1615 hat in Schelchowitz deren Besitzer Felix Castovec Kaplirz von Sullowitz eine
Festung bauen lassen, welche er denen von Wchinsky verkaufte. Auch ihr Eigentum wurde,
ähnlich wie das der Kaplirz, im Jahre 1634 beschlagnahmt. In jener Zeit war die Festung
schon zerstört. Schelchowitz gehörte dann bis zum Jahr 1850 zur Teplitzer Herrschaft derer
von Aldringen.

Im Verlauf des Dreißigjährigen Krieges wurde die Gemeinde stark von der Choleraepidemie
betroffen. Für eine kurze Zeit blieb Tschischkowitz ohne Besiedlung.
Im Jahr 1623 kaufte der kaiserliche Rat Wolf Ilburk von Vřesovice das Gut Tschischkowitz.
Dieser trat es an Marie Magdalena ab, geb. von Lobkowitz, Ehefrau des Jan Rudolf Trčka von
Lípa. Nach ihrem Tod im Jahr 1663 hat Jan Rudolf Trčka Tschischkowitz dem obersten
Burggrafen von Böhmen, Adam v.Wallenstein, vermacht.
Im Jahr 1638 hat Agnes Tschischkowitz gemeinsam mit den Gütern Boretsch und Kostail in
Erbbesitz für 83 578 rheinische Gulden gekauft. Sie war eine geborene von Eberstein, Witwe
des Oberst Georg Waldemar v.Varrensbach, wiederverheiratet mit Werner v.Palant.

Beim schwedischen Einfall im Jahr 1639 wurde ganz Tschischkowitz niedergebrannt und
verwüstet. Im Jahr 1655 nach dem Tode seiner Mutter Agnes von Palant hat Gustav Adolf v.
Varensbach die Gemeinde geerbt. Er baute die niedere verwüstete Festung zum barocken
dreiflügeligen einstöckigen Schloss um. Zum Umbau kam es wohl in den Jahre 1658 – 1665.
Es war das erste selbstständige Werk des Giulio Broggio, welcher hier im Jahr 1658 auch
heiratete und wohnen blieb.
Das umgebaute Schloss war mit mässig hervortretenden Risalit versehen, in dem das
Hauptportal in Pilasteredikul mit zerspaltenen Sims ist. Im Erdgeschoss blieben noch
ursprüngliche Barocktonnengewölbe mit Lünetten erhalten. Der ehemalige Hauptsaal und
weitere Zimmer haben sowohl eine frühbarocke Stuckverzierung der Decken als auch
Verzierungen, die aus dem 19. Jahrh. stammen. Im Schloss haben sich auch Reste der Festung
erhalten – östliche armierte Ecke der Zufahrt und der nördlichen Seite.
Giulio Broggio begann auch den Umbau der Kirche, aber das Barockaussehen mit dem
Glockenturm hat erst sein Sohn Ottavio beendet, welcher in Tschischkowitz geboren wurde.
In der tschischkowitzer Kirche des Hl. Jacob ist ein Bild zu sehen, welches die adeligen
Donatoren darstellt, den Grafen v.Varrensbach mit Gattin, die in den Händen einen Modell
der künftigen neuen Kirche halten.

Einen Blick auf die Kirche und den Dorfplatz mit dem Schloss ist auf dem Bild von Mánes
aus Mitte des 19. Jahrhunderts dargestellt und zwar in seinem ursprünglichen Aussehen vor
dem Umbau in den 50er Jahren des 19. Jahrhunderts.
Die Kinder der zweiten Gattin von Gustav Adolf v.Varrensbach haben dann Tschischkowitz
im Jahr 1692 zurück an das Kloster des Hl. Georgs verkauft. Das Dorf kehrte so zur seinem
ältesten Besitzer zurück. Das Schloss wurde der Sommersitz der Äbtissin und daher neu
gestalltet. Es wurde mit einer hohen Mauer umgeben, auf der Rokokovasen plaziert wurden,
und an dem Schloss wurde ein Park angelegt.

Während der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, während des sog. Kartoffelkrieges in den
Jahre 1778 – 1779 um bayerische Hinterlassenschaft, war in Tschischkowitz das Hauptlager
der preussischen Heere. Der Stab des preussischen Teiles der Armee unter dem Befehl des
Prinzen Heinrich v. Preussen siedelte im Gebäude der Pfarre neben der Kirche.
Als das Kloster während der Regierung des Kaisers Josef II. im Jahr 1782 säkularisiert
wurde, fiel das Dorf dem Religionsfond zu. Im Jahr 1819 kaufte es dann in öffentlicher
Versteigerung für 20 600 Gulden Josef Glaserfeld, welcher das Schloss wieder bedeutend im
empire Stil umbauen ließ. Dieser Besitzer hat dann der jüdischen Gemeinde ein Gelände zur
Gründung eines jüdischen Friedhofes in dem Dorf zum Geschenk gemacht.

Am 3.Juni 1838 wurde auf dem Schloss zu Tschischkowitz Moritz Thausing geboren, ein
deutsch schreibender Schriftteller. Thausing studierte an den Universitäten in Prag, Wien und
München die Fächer Geschichte und germanische Philologie. Im Jahr 1873 wurde er zum
Professor der Theorie der Kunst an der Wiener Universität berufen. Thausing beging am 14.
August 1884 in Litoměřice ( dt. Leitmeritz ) Selbstmord.
Die erste Eisenbahnlinie auf der Strecke Lobositz – Tschischkowitz – Libochowitz wurde am
22. Oktober 1882 eröffnet. Die Strecke aus Tschischkowitz nach Obrnice ( dt.Obernitz )
wurde dann am 19. Dezember 1898 in den Betrieb genommen.

 

 

Schelchowitz
Zuerst wurde das Gut, welches gleichzeitig ein Dorf bildete, in historischen Quellen aus dem
Jahr 1363 erwähnt, als es Vít aus dem Stam derer von Sullowitz besass.

Denkmäler :

Tschischkowitz :
- In der Nähe der Gemeinde wurde eine laténe Begräbnissstätte, datiert ab 5. Jahrh. vor
unserer Zeitrechnung gefunden.
- Barrockschloss vom Ende des 17. Jahrh.
- Frühbarockkirche des Hl. Jakob aus den Jahre 1675-1677.
- Barockglockenturm.
- Statuen von Heiligen.

Schelchowitz :
- Kapelle der Jungfrau Maria.
                                                                                               Übersetzung : Dr. Pavel Jelínek